Aller Anfang ist schwer...



Zur Session 1948 ging man, wenn auch mit bescheidenen Mitteln, voller närrischem Tatendrang an die Sache. Der neue Verein, mit Unterstützung der Husarengarde, zeigte sich in einfachen Narrenkappen mit selbstgefertigten Orden der Bevölkerung.

Die Anzahl der Mitwirkenden im Tüdderner Karneval nahm immer mehr zu. In der Session 1951 wirkte erstmals eine Damengarde im Karneval mit. Das Gruppenfoto in der Session 1952 zeigt deutlich, dass der Verein sich gefestigt hatte. Die Ausstattung hatte sich vorteilhaft verändert.


In der Session 1958 feierten die Witsemänn ihr erstes Vereinsjubiläum. Anlässlich des 1x11-jährigen Bestehens wurde der erste Vereinsorden angeschafft.


Jeder Verein erfährt in seiner Geschichte Höhen und Tiefen. Nach anfänglichem Enthusiasmus schürten Querulanten Unzufriedenheit und stifteten Unruhe im Verein. Viele Mitglieder verließen den Verein. Erst mit dem Eintritt der Mitglieder des Kegelclubs "De Schnösele", das waren Joke Bender, Josef Dollendorf, Willi Görten, Jakob Hermanns, Hans Jessen, Fred Limpens, Toni Maaßen, Toni Ruers, Arno Ruers und Hartmut  Winter, konnte sich der Verein wieder festigen. Die bestehende Kasse  in Höhe von 16,50 hfl wurde mit der Kegelkasse aufgefüllt. Die Finanzierung der Session 1961 war hierdurch gesichert. Das "Aus" für den Karneval in Tüddern war erfolgreich abgewendet.


Auch äußerlich veränderten sich die Witsemänn 1961, indem sie neue Narrenkappen in den ortsüblichen Farben Blau und Weiß anschafften. Die Form der Narrenkappen hat sich bis heute nicht verändert. 1970 feierte der Verein mit einem Jahr Verspätung sein 2x11-jähriges Bestehen.

Zu diesem Jubiläum gratulierten alle Amtsvorgänger dem Jubiläumsprinzen zu seiner  Prinzenproklamation.


 Zur Session 1973 konnten die Witsemänn voller Stolz ihre blau-weißen Uniformen präsentieren. Die "Witte Jäss" mit blauen Revers sind auch heute ein Markenzeichen des Vereins.

Erstmals in der Session 1976 wurden die Hausorden mit dem Vereinsemblem für die Mitglieder eingeführt, wobei jedem Prinzen dieser mit eingedrucktem Namen und Jahreszahl zu seiner Proklamation überreicht wird. Der Verein entwickelte sich stetig. 1977 wurde er in das Vereinsregister eingetragen und konnte sich von da an eingetragener Verein (e.V.) nennen.

In der Session 1977 wurde auf Initiative des langjährigen Geschäftsführers Toni Ruers der Orden "Ümmer doabie" verliehen. Diesen Orden erhält seitdem jedes Jahr eine Gruppe, ein Verein oder eine Person, die sich durch jahrelanges, hervorragendes Engagement um den Tüdderner Karnveval verdient gemacht hat.


Die Ordenträger sind:


1977  Kegelclub Grün Holz 

1978  Büürt De Beekfegesch                                    

1979  Christine Zelissen

1980  Kegelclub Blaue Veilchen

1981   Büürt Neustraße

1982  Büürt Bocksberg

1983  Büürt Sittarder Straße

1984  Freiwillige Feuerwehr

1985  Kurt Nysten

1986  De Kämpchens

1987  Familie v. Birgelen

1988  Männerballett

1989  Gruppe Isenbruch

1990  Duo Wilfried & Fritz 

1991  TSV Rot-Weiß Tüddern

1992  Instrumentalverein Tüddern

1993  K-H. v. Cleef & H. Philippen

1994  TTC-Tüddern

1995  Jungschützen & Co.

1996  Otmar Frank

1997  Höngener Jungen u. Mädchen

1998  Elvira v. Birgelen

1999  Alte Schule Höngen, Senioren

2000  Gruppe Lowis, Höngen

2001  Jugendclub Arearea

2002  Jugend Havert

2003  Gruppe Kindergarten

2004  Flintstones

2005  Brand-Crew

2006  Alte Schule

2008 Trommelk. Kreuzrath

2009  Franz Jupp, Karl-Heinz Beckers

2010  Neetmer vüür Karneval

2011  Elli Beckers & Inge Jessen

2012  Ine Harmacher

2013  Anne Schlömer & Schola Kelleners

2014  KKS-Tüddern

2015  Fred Deckers

                                                                                       

 

                                                                                                                   " ÜMMER DÖEBIE"

Die Prinzenproklamation fand traditionell im Januar, am Dienstag nach der Sebastianuskirmes, statt. Seit 1979 wurde dieser Termin auf den zweiten Samstag im Januar verlegt. 1980 feierten die Witsemänn das 3x11-jährige Bestehen des Vereins. Zur Jubiläumssitzung sind die Gründer und Prinzen in großer Zahl anwesend.


Ein lang gehegter Wunsch ging 1987 mit der Anschaffung einer Vereinsstandarte in Erfüllung. Sie zeigt zum einen den Vereinsorden  der Witsemänn und zum anderen symbolisiert sie die Verbundenheit mit dem Ort Tüddern und der Gemeinde Selfkant. Der Rosenmontagszug 1990 wurde im wahrsten Sinne des Wortes "vom Winde verweht". Ein Orkan fegte über den Selfkant hinweg. Es war unmöglich, den Zug ziehen zu lassen. Kurzfristig wurde der Zug damals auf "Halbfasten" verlegt. 1991 wurde das 4x11-jährige Bestehen des Vereins gefeiert. Zu diesem Anlass wurde erstmals ein karnevalistischer Frühschoppen gestaltet. Den langjährigen Mitgliedern wurde zu diesem Jubiläum je nach Vereinszugehörigkeit eine bronzene, silberne oder goldene Verdienstnadel überreicht.

Überschattet wurde das Jubiläumsjahr von der Golfkrise. Viele Karnevalsveranstaltungen wurden abgesagt. Nach langem Überlegen hatten die Witsemänn sich, trotz der kritischen Geschehnisse am Golf, für den Karneval entschieden, um den Menschen in unserer Heimat, gerade in dieser ernsten Zeit, durch den Karneval Freude zu bereiten. So fand dann am Rosenmontag 1991 in Tüddern der einzigste Karnevalszug in unserer Umgebung statt. Die große Anzahl der Teilnehmer und Besucher bewies, dass diese Entscheidung richtig war.


Ehrung verdienter Mitglieder mit der goldenen Vereinsnadel:


Theo Schürmann, Willy Wyngaards,  Johann Stassen, Jakob Ruers, Hubert Schmeitz, Hans Jessen, Fred Limpens, Jakob Hermanns.


Ehrung der Gründer zum Jubiläum 1991:


Rene Beckmann, Lorenz Hermanns, Johann Schroten, Willi Habets, Franz Peters.


Im Januar 1996 fand in der tschechischen Hauptstadt Prag das 1. europäische Narrentreffen statt und dazu waren (natürlich) auch die Witsemänn eingeladen. Vom 19. – 21. Januar machten sich 34 Tüdderner Karnevalisten auf den Weg nach Prag.  Empfangen wurden wir und 29 weitere Gesellschaften mit böhmischer Musik in der bekannten Prager Brauerei "U Fleku". Ein interessantes Programm wurde geboten. Neben einer Stadtrundfahrt und einer Bootsfahrt auf der Moldau konnte man sich auf dem Wenzelsplatz an den Darbietungen der Narrengilden, die aus Süddeutschland, der Schweiz und dem böhmisch-mährischen Raum stammten, erfreuen. Absoluter Höhepunkt war der große Umzug, der vom Hradschinplatz (Burgplatz) durch die Altstadt, über die Karlsbrücke und den Obstmarkt, bis zum Altstädter Ring ging. Dort wurden die einzelnen Gesellschaften von einem Vertreter des Magistrats der Stadt Prag begrüßt. Tausende Besucher säumten die Zugstrecke und bestaunten das närrische Treiben. Am Abend fand dann im Prager Messezentrum eine Abschiedsfeier statt.


Zur Sessionseröffnung 2001  wurde erstmals am 11. November die Veranstaltung "Witsemann Erwachen" abgehalten. Der Witsemann wird symbolisiert durch einen eigens dafür angefertigten Narren, der jährlich am 11.11. feierlich zum Leben erweckt wird und die Witsemänn durch die Session begleitet. Zum Abschluss der Karnevalssession am Veilchendienstag wird diesem Narren das Leben ausgehaucht, indem er unter großer Anteilnahme der Bevölkerung verbrannt wird.


Im Oktober 2001 ist der Verein dem Verband der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise e. V. und dem Bund Deutscher Karneval e. V. beigetreten. Im Jubiläumsjahr 2002 kann die Gesellschaft stolz auf 5x11-Jahre Karneval in Tüddern zurückblicken. Der Verein hat sich in 55 Jahren erfolgreich entwickelt. Er zählt im Jubiläumsjahr 70 Mitglieder. Hierbei handelt es sich um 43 aktive Mitglieder, 15 inaktive Mitglieder und 12 zahlende Mitglieder.


In den vergangenen Jahren  wurden 2 Mitglieder wegen ihrer großen Verdienste im Verein zu Ehrenmitgliedern ernannt. Vom Kegelclub "De Schnösele", die den Verein 1961 wieder aufrichteten, sind noch 3 Mitglieder aktiv tätig. Die noch aktiven Mitglieder aus dem Kegelclub "De Schnösele" Jakob Hermanns, Fred Limpens, Hans Jessen.


Zur Durchführung der vielen Aufgaben haben sich die Mitglieder in folgenden Komitees organisiert: Saal- und Bühnenbau, Verlosung, Wagenbau, Kinderkarneval und Rosenmontagszug.


Zum alljährlichen Programm der Witsemänn gehören die karnevalistische Sessionseröffnung, die Proklamationssitzung, der karnevalistische Frühschoppen, die Kindersitzung und die Gestaltung eines karnevalistischen Nachmittags mit den behinderten Mitbürgern des Selfkants. Des weiteren die Besuche der Altenstube, des Altenheims in Höngen, des Kindergartens und der Grundschule sowie die Rathausstürmung und der Besuch der hl. Messe am Karnevalssonntag. Darüber hinaus erfolgen Besuche unserer befreundeten Karnevalsgesellschaften sowie die Kostümbälle an den Karnevalstagen und die Landpartie am Karnevalsdienstag. Höhepunkt einer jeden Session ist der Rosenmontagszug.


..... doch der Idealismus hat sich gelohnt.